11.11.2018

Nachwuchs in guten Händen: Zwei junge Frauen übernehmen Verantwortung im Handballkreis Bielefeld-Herford

Der Handballkreis Bielefeld-Herford setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft:

Mit der 22-jährigen Kendra Kipp und der 17-jährigen Emma Grüger rücken zwei engagierte junge Frauen in den Jugendausschuss auf und übernehmen zentrale Funktionen in der Nachwuchsarbeit. Damit beweist der Kreis nicht nur personelle Stärke, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Förderung junger Ehrenamtlicher.

Ein Generationswechsel mit Weitblick

Der Anlass für die personellen Veränderungen war der angekündigte Rückzug von Christian Noske, der nach vielen Jahren als Mädchenwart und stellvertretender Vorsitzender des Jugendausschusses nicht erneut kandidierte. „Es sieht komisch aus, wenn Kinder ihre Meistermedaillen von alten Männern umgehängt bekommen“, kommentierte der 61-Jährige seinen Abschied mit einem Augenzwinkern.

Die Nachfolge war jedoch bereits geregelt: Mit Kendra Kipp als neue Mädchenwartin und Emma Grüger als Jugendsprecherin wurden zwei junge, motivierte Frauen einstimmig in den Jugendausschuss gewählt.

Kendra Kipp: Verantwortung mit Tradition

Kendra Kipp, 22 Jahre alt, ist keine Unbekannte im Handballkreis. Als Tochter von Ralf Kipp, der nach jahrzehntelangem Engagement heute Ehrenvorstandsmitglied ist, kennt sie die Strukturen und Herausforderungen des Ehrenamts aus erster Hand. Dennoch war ihre Entscheidung, das Amt der Mädchenwartin zu übernehmen, kein Selbstläufer.

„Patrick Puls und Patrick Blase sind vor den Sommerferien auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich mir den Job vorstellen könnte. Ich konnte es eher nicht“, erzählt Kendra. Ihre Ausbildung zur Versicherungs- und Finanzkauffrau stand kurz vor dem Abschluss und hatte zunächst Priorität.

„Um Kendra mussten wir tatsächlich ein bisschen werben“, erinnert sich Jugendausschuss-Vorsitzender Patrick Puls. Letztlich war es wohl auch der familiäre Rückhalt, der den Ausschlag gab. „Ein Kipp in der Kreisarbeit hat ja irgendwie Tradition“, sagt Kendra mit einem Lächeln.

In ihrer neuen Rolle wird sie nicht nur organisatorische Aufgaben übernehmen, sondern auch den Handballkreis nach außen vertreten – und dabei vielleicht auch mal unpopuläre Entscheidungen mittragen müssen. Eine Herausforderung, der sie sich mit ruhiger Entschlossenheit stellt.

Emma Grüger: Mit Energie und Herzblut

Ganz anders, aber ebenso beeindruckend ist der Weg von Emma Grüger. Die 17-jährige Abiturientin ist ein wahres Organisationstalent und bringt alles mit, was eine Jugendsprecherin braucht: Engagement, Selbstbewusstsein und Nähe zur Zielgruppe.

Ihr Terminkalender ist prall gefüllt: Zweimal wöchentlich leitet sie Trainingseinheiten, arbeitet an ihrer C-Trainerlizenz, pendelt dafür regelmäßig nach Minden, gibt Nachhilfe während ihres Ganztagsschulalltags und war in den Herbstferien als Trainerin im Handballcamp aktiv. Zudem war sie kürzlich als Promoterin für die Handball-WM im Einsatz.

„Ich kann halt nicht nein sagen“, sagt sie lachend. Nur das eigene Spiel musste sie nach zwei Kreuzbandrissen aufgeben. Seit kurzem besitzt sie ihren Führerschein – eine Erleichterung für ihre vielen Termine.

Ihr neues Amt als Jugendsprecherin bietet ihr viel Gestaltungsspielraum. „Mein Amt hat ja nicht viele Vorgaben“, erklärt sie. Patrick Puls ergänzt: „Individuell zu gestalten ist Emmas Stärke.“

Ein starkes Duo für die Zukunft

Beide jungen Frauen bringen nicht nur frischen Wind, sondern auch ein tiefes Verständnis für den Handballsport mit. Während Kendra Kipp weiterhin in der zweiten Mannschaft der TSG Altenhagen-Heepen aktiv ist, bleibt Emma Grüger durch ihre vielfältigen Aufgaben eng mit dem Nachwuchs verbunden.

Die Herausforderungen sind groß: Sinkende Mannschaftszahlen und die Notwendigkeit, neue Spielformen zu entwickeln, stehen auf der Agenda. Doch mit Kendra Kipp und Emma Grüger hat der Handballkreis Bielefeld-Herford zwei engagierte Persönlichkeiten gewonnen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft des Handballs aktiv mitzugestalten.

Die frisch gebackene Kreis-Jugendsprecherin Emma Grüger (r.) und Mädchenwartin Kendra Kipp (2.v.r.)
beim Training der Jugend der TSG Altenhagen-Heepen. | Foto: Andreas Zobe

Fazit:
Der Handballkreis Bielefeld-Herford zeigt, wie erfolgreiche Nachwuchsarbeit auch im Ehrenamt gelingen kann. Mit Kendra Kipp und Emma Grüger stehen zwei junge Frauen für eine neue Generation von Funktionärinnen – kompetent, motiviert und voller Tatendrang.