12.10.2016
Handballcamp 2016
Bielefelds Nachwuchshandballer blicken beim Handballcamp über den Tellerrand
Das Herbstferiencamp des Handballkreises Bielefeld begeistert mit einem vielseitigen Programm und einem neuen Konzept: Erstmals trainieren Jungen und Mädchen gemeinsam – und entdecken dabei weit mehr als nur Handball.
Das einwöchige Trainingslager findet erstmals mit einer gemischten Gruppe statt.
Bielefeld. Dienstag, 11 Uhr: Bubble Ball steht auf dem Plan. Etwas verhalten reagieren die Mädchen auf die großen, mit Luft gefüllten Bälle. Doch schon nach kurzer Zeit geht in der Carl-Severing-Sporthalle die Post ab: Jede ist in einen dieser Bubble Balls geschlüpft und der Fußball rollt. Der Gegnerkontakt wird zum Heidenspaß und ein Sturz löst eher einen Lachkrampf als eine Verletzung aus – dank der Knautschzone, die deutlich besser schützt als beim Handball.
Auf den ersten Blick denkt kein Außenstehender, dass es sich hier um das Herbstferiencamp des Handballkreises Bielefeld handelt. Auch wenn man das weitere Programm mit den Sportarten Jugger (eine Art Football) und Biathlon betrachtet, deutet kaum etwas auf das kleine runde Leder hin. Lediglich an den Shirts der Talente – Uwe Gensheimer scheint der Liebling zu sein – erkennt man, dass sie normalerweise dem Handball hinterherjagen.
Der Lehrwart des Handballkreises und Organisator des Camps, Olaf Grintz, ist stets bemüht, dass die Jugendlichen über den sogenannten Tellerrand hinausgucken:

„Für die sportliche und koordinative Entwicklung ist es sinnvoll, auch andere Sportarten zu betreiben.“
Nach diesem Motto verbringen die 56 Handballerinnen und Handballer aus Bielefeld seit Montag einen Teil ihrer Ferien. Bis Freitag läuft das Camp noch, an dem 24 Mädchen und 32 Jungs im Alter von 10 bis 14 Jahren teilnehmen.
„Innerhalb von kurzer Zeit war das Camp ausgebucht“, freut sich Grintz, dem man anmerkt, dass er mit Leidenschaft dabei ist.
Die Jugendlichen danken es ihm, indem sie nicht nur einmal, sondern bis zu viermal teilnehmen – öfter dürfen sie aufgrund der Altersbeschränkung nicht. Vielen macht es so viel Spaß, dass sie im Anschluss die Ausbildung zum Junior-Coach absolvieren, um später als Betreuer beim Feriencamp dabei zu sein.
„Ich habe bereits als Spielerin teilgenommen, jetzt als Trainerin“, erzählt Maren Grintz, die Tochter des Organisators und eine der zwölf Trainerinnen und Trainer.
In diesem Jahr gehören zum Trainerteam:
Arne Möller, Dominik Wehmeier, Niklas Südhölter, Nelis Heidemann, Maxim Bockermann, Fabian Reinsberger, Kim Wienböker, Kim Sörensen, Albert Kreismann, Basti Räber sowie Maren und Olaf Grintz.
„Um das Sozialverhalten der Jugendlichen zu fördern, haben wir uns entschlossen, die Camps der Jungen und Mädchen zusammenzulegen“, berichtet Olaf Grintz.
Vor einigen Jahren gab es jeweils ein Camp für Mädchen und Jungs. Lediglich getrennt sind die Trainingseinheiten sowie die Zimmeraufteilung im Jugendgästehaus, wo alle Teilnehmer und Trainer untergebracht sind.
Selbst das große Abschlussturnier – ausnahmsweise Handball – findet in Mixed-Teams statt. Für die Trainer geht es dabei um Prestige:
„Wir Trainer knobeln am Abend die Teams aus, um die bestmögliche Mannschaft zu ergattern“, berichtet Maren Grintz mit einem Augenzwinkern.
Dass es beim Abschluss zwar mit viel Ehrgeiz, aber auch mit jeder Menge Spaß zur Sache geht, beweisen die sogenannten „Joker“. Anstatt der handballüblichen Auszeiten können die Trainer diesen Joker ausspielen. Dann muss beispielsweise ein Team eine Minute lang ohne Torhüter spielen.
Ein schöner Abschluss für ein gelungenes Handballcamp. Seit Jahren wird das Herbstcamp von der Sparkassenstiftung gesponsert. Die Zusage für das Feriencamp im nächsten Jahr hat die Stiftung bereits gegeben. Auch dann werden wieder neue Sportarten ausprobiert.
Quelle:
NW Bielefeld, 12.10.2016, Text: Tessa Rinkes, Foto: Wolfgang Rudolf