01.11.2008

Handballcamp 2008

Jubiläums-Camp voller Erfolg

Der Handballkreis hat in den Herbstferien wieder eines seiner edelsten Produkte durchgeführt: das Handball-Camp.

Wenn es um das Handball-Camp, sicher eines der edelsten Produkte des Handballkreises Bielefeld-Herford, geht, spricht Michael Neuhaus gerne von „Wiederholungstätern“. In den vergangenen Jahren waren die Camps immer sehr schnell ausgebucht, weil jeder, der einmal dabei gewesen war, beim nächsten Mal wieder dabei sein wollte. 2008 schob Neuhaus diesem Phänomen geschickt einen Riegel vor. Das fünfte Handball-Camp war nur für C- und D-Jugendliche, womit einige potenzielle Wiederholungstäter aus dem Raster fielen. Hartgesottene wie Kevin Becker und Adrian Düsterloh aus der A-Jugend der JSG Bielefeld-Süd waren aber trotzdem wieder dabei – dieses Mal als Betreuer. Auch dieser Effekt ist es, der das Handball-Camp so wertvoll macht: Wiederholungstäter werden erst zu Betreuern und dann zu Vorbildern.

Ansonsten ist es natürlich wieder der Blick über den Tellerrand, der das Camp zu einer großartigen Veranstaltung macht. 2008 waren 35 Mädchen und 52 Jungen aus dem Kreis Bielefeld-Herford aktiv. Neben den sportlichen Aktivitäten, so erklärt Michael Neuhaus, stehe vor allem das Thema Vorbilder im Vordergrund:

„Alle Trainer und Betreuer, die im Einsatz sind, vermitteln Begeisterung an der Bewegung.“

Der 18-jährige Jan Kastrup muss schon ebenso als Camp-Haudegen gelten wie Marc Hanneforth (19). Beide waren zum dritten Mal als Betreuer dabei.

Mit Hilfe von Spezialisten wurde der Blick über den Tellerrand erweitert. Zu den Handball-Trainern kamen Spezialisten, die ihre Sportarten präsentierten. In diesem Jahr absolvierten die Mädchen eine Trainingseinheit bei Basketball-Coach Matthias Schöpfer (TSVE Bielefeld) und holten sich im Bielefelder Budo-Klub Erfahrungen im Nahkampf – für die weitere Handball-Karriere sicher ganz sinnvoll. Budo-Trainerin Christiane van Soest demonstrierte gleich in der ersten Übung ein paar Tritte. Später folgten noch Bodenkampf, Fallschule sowie Wurf- und Abrolltechniken. Die Mischung aus Judo, Karate und Ju-Jutsu war attraktiv. Auf dem gepolsterten Boden entbrannte so mancher, natürlich fair geführter, Zweikampf.

Die Jungen übten sich in der ersten Ferienwoche in Bogenschießen in der Kuhlo-Sporthalle. Einige Teilnehmer zeigten dabei, dass sie scheinbar noch die Gene ihrer Vorfahren aus Zeiten der Jäger und Sammler in sich tragen. Bei einem Vielseitigkeitsparcours gingen die Jungs wieder an ihre körperlichen Grenzen oder wie es Teilnehmer Sebastian Kipp ausdrückte:

„Das geht übelst auf die Muskeln.“

Zum wiederholten Mal stand Wasserski auf dem Programm. Neu war diesmal die „Bastelstunde“, in der die Jungs einen stabilen Turm aus Pappe konstruieren mussten. Auch hierbei zeigten die Teilnehmer viel Ausdauer und Geschick.


Handball-Camp wäre ohne externe Unterstützung nicht durchführbar

Ein bleibender Eindruck des Jubiläums-Camps war, dass die Teilnehmer sehr pflegeleicht waren, dass die Verbindungen untereinander – gerade auch vereinsübergreifend – hervorragend sind und immer besser ausgebaut werden. Das gesamte Projekt beweist, dass der Kreis Bielefeld-Herford auch im fünften Jahr Vorreiter in Sachen Nachwuchsarbeit bleibt.

Mit Unterstützung der Sparkasse, der Bielefelder Verkehrsbetriebe Mobiel, aber auch privater Unterstützer wie Heiner Dresrüsse wurde einmal mehr ein beeindruckendes Event auf die Beine gestellt, das stolze 20.000 Euro kostete.

„Wir können zurecht stolz auf das sein, was wir hier geschaffen haben“,
sagt Michael Neuhaus.

Die Begeisterung der Nachwuchssportler ist reichlich Belohnung und Ansporn für das kommende Jahr – mal sehen, ob 2009 das Level des Jubiläums-Jahrgangs beim sechsten Handball-Camp sogar noch getoppt wird.

Text: Pressewart Ivo Kraft