30.08.2007
23 neue Schiedsrichter starten ins Handballleben
Beim Schiedsrichter-Neuanwärterlehrgang des Handballkreises Bielefeld-Herford wurden 23 motivierte Teilnehmer auf ihre ersten Einsätze vorbereitet. Lehrwart Edward Heiderstädt und Jochen Harre vermittelten mehr als nur Regelwerk – mit klaren Prinzipien und viel Praxisnähe.
Der Schiedsrichter-Neuanwärterlehrgang 2007 war für Schiedsrichterwart Jürgen Wendland erneut eine organisatorische Herausforderung – aber auch ein voller Erfolg.
„Es hat Spaß gemacht. Die Truppe war sehr diszipliniert“, lobte Wendland.
„Ich habe schon schlimmere Lehrgänge gehabt.“
Auch Lehrwart Edward Heiderstädt zeigte sich zufrieden mit den 23 zumeist jungen Teilnehmern:
„Ich hatte nicht das Gefühl, dass da jemand nach dem Motto ‚Du kannst kein Handball spielen, also mach den Schiri-Schein‘ hingeschickt wurde.“


Praxisnahe Ausbildung statt bloßer Theorie
Gemeinsam mit Joachim Harre vermittelte Heiderstädt nicht nur Zahlen und Regeln, sondern auch den Umgang mit echten Spielsituationen.
„Stellst du dich vor die Bank und gibst der Bank eine Zeitstrafe?“ – eine Frage, die Heiderstädt mit einer Gegenfrage beantwortet.
Harre ergänzt: „Du suchst dir immer einen auf der Bank aus, den du bestrafst. Und wenn es der Falsche war, ist es eben eine Tatsachenentscheidung.“
Zwei goldene Regeln für neue Referees
- Autorität bewahren: „Wenn ein Spieler eine Bestrafung für seinen Gegenspieler fordert, kann er sich auch gleich hinsetzen. Das ist unsportlich“, so Harre.
- Regeln mit Augenmaß anwenden: „Wenn eine Mannschaft in der 58. Minute 25:18 führt und die Auswechselspieler feiern, wäre ich doch bekloppt, wenn ich verlange, dass sie sich wieder hinsetzen“, meint Heiderstädt.
„Lasst den Spielern ihre positiven Emotionen.“
Eingewöhnung braucht Zeit
Heiderstädt betonte, wie wichtig Nachsicht bei den ersten Einsätzen ist:
„Es ist wie mit einem Auto-Führerschein. Die Jungs dürfen zwar fahren, können es aber noch nicht.“
Die Realität in der Halle – mit Druck von der Tribüne und schnellen Entscheidungen – unterscheidet sich stark von der Theorie. Deshalb ist die Quote derer, die langfristig als Schiedsrichter aktiv bleiben, leider gering.
„Bei den Youngstern ist leider immer etwas fraglich, wie lange sie zur Stange halten“, so Heiderstädt.