Verbandstag des HV Westfalen am 04.06.2016

Dieser Verbandstag war im Vorfeld dazu bestimmt in die Geschichte einzugehen, schließlich sollten per Satzungsänderung die Bezirke als Verwaltungseinheiten aufgelöst werden. Dass es aber weitere Gründe dafür gab, dass dieser Verbandstag eine denkwürdige Veranstaltung werden sollte, konnte man nicht ahnen….oder einige Anwesende eben doch? Aber der Reihe nach.

Präsident Michael Neuhaus eröffnete den Verbandstag in der Stadthalle in Unna. Nach den Grußworten der stv. Bürgermeisterin erfolgte der Bericht des Präsidenten. Die Berichte der anderen Vorstandsmitglieder und Funktionäre lagen den Delegierten aus den 12 Handballkreisen schriftlich vor.


Michael berichtete über Sonnen- und Schattenseiten der abgelaufenen Amtsperiode. Im Bereich der Organisation, der Spieltechnik und des Lehrwesens konnten viele Sachen erreicht werden. Der Verband will und muss sich für die Zukunft aufstellen – das gilt sowohl für die Gespräche in Richtung „Landesverband NRW“ als auch im Hinblick auf professionalisierte Strukturen mit Ehren- UND Hauptamt.


Entscheidungen, die in einem demokratischen Prozess im erweiterten Präsidium, d.h. unter Beteiligung aller Handballkreise mehrheitlich gefallen sind, dürfen von Einzelnen jedoch anschließend nicht in Frage und erst recht nicht einer erneuten öffentlichen Diskussion mit dem Hinweis, dass „die da oben das entschieden hätten“ ausgesetzt werden.


Die einzelne Kritik an der Ausführung seines Amtes hat er wahrgenommen. Den Vorwürfen, er sei zu wenig in der Fläche präsent oder er kümmere sich zu sehr als Bundeslehrwart um DHB-Belange nahm er zum Anlass, hierüber aufzuklären.


Die Übernahme des Präsidentenamtes eines der größten Handballverbände Deutschlands erfolgte in einer Zeit, die auch beim DHB sehr turbulent war. Geschätzt 70% seiner Zeit hatte er daher in Tätigkeiten als Westfalens Vertreter beim DHB zu investieren. Gerade im Ehrenamt ist Zeit auch endlich! Nachdem er im letzten Jahr zunächst bereits erklärt hatte, für eine neue Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen, würden nach den drei Jahren jedoch die positiven Entwicklungen überwiegen. Er sähe sich dabei in der Verantwortung, diesen Prozess weiter zu begleiten und sich erneut zur Wahl stellen. Dafür würde er auch sein Amt als Bundeslehrwart zur Verfügung stellen und sich auch aus dem Lehrwesen im HV zurückziehen, auch wenn gerade dieser Bereich mit der Arbeit im Kinder- und Jugendhandball einem persönlich viel zurückgeben würde. Wem sein Weg und seine Arbeit nicht gefallen würde, der müsse jemand anderes in dieses Amt wählen, so die klaren Worte des noch amtierenden Präsidenten.


Den Delegierten des Handballkreises Bielefeld-Herford blieb dabei die leise Aussage aus der Reihe hinter ihnen, wo ein Handballkreis des ehemaligen Bezirks Süd Platz genommen hatte, nicht unbemerkt: „Das werden wir auch tun“, konnte sich ein Vertreter dort nicht zurückhalten. Bei der Aussprache zu den vorliegenden sowie dem mündlichen Bericht gab es keine Wortmeldungen.


Nach dem Bericht der Kassenprüfer und verschiedenen Ehrungen folgten die Anträge auf Satzungsänderung. Neben vielen eher redaktionellen Änderungen stand hier die Abschaffung der Bezirke im Vordergrund. Nachdem das erweiterte Präsidium ja bereits beschlossen hatte, dass der bisherige Spielbetrieb des Bezirks in die Kreise (Bezirksligen) und in den HV (Landesligen und überkreisliche Jugendklassen) gehen, bedeute die Abschaffung der Bezirke als Verwaltungseinheiten nur noch den Wegfall verschiedener Wahlämter, allen voran der der Bezirksvorsitzenden., während die operativ tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ja auch unter dem Dach des HV weiter benötigt werden. Der Antrag auf Satzungsänderung wurde ohne weitere Aussprache sodann ohne Gegenstimme beschlossen.


Dieter Stroband, Präsident des Westdeutschen Handballverbandes und Ehrenpräsident des HV wurde zum Wahlleiter gewählt, das Präsidium und die Mitarbeitenden wurden ohne Gegenstimme durch die Versammlung entlastet.


Der Tagesordnungspunkt Neuwahlen beginnt mit der Wahl des Präsidenten. Als der Versammlungsleiter um Vorschläge bittet, wird Michael Neuhaus zur Wiederwahl vorgeschlagen. Weitere Vorschläge folgten nicht. Kurz bevor der Versammlungsleiter die Delegierten um ihr Handzeichen für die Wahl von Michael Neuhaus zum Präsidenten bat, erfolgte eine Wortmeldung aus dem Kreis Industrie mit dem Antrag auf geheime Wahl. Ein Recht, das die Satzung es HV so hergibt – auch bei nur einem Kandidaten. Sitzungsunterbrechung!

Nachdem im ersten Wahlgang aufgefallen war, dass Personen abgestimmt hatten, die nach der erfolgten Satzungsänderung durch Wegfall ihrer bisherigen Wahlämter gar nicht mehr wahlberechtigt waren, wurde der Wahlgang für ungültig erklärt und die Wahl musste nach einer erneuten Sitzungsunterbrechung wiederholt werden.


Nach Auszählung der Stimmzettel entfielen 37 Stimmen auf Michael Neuhaus – 27 Stimmen wurden mit „NEIN“ abgegeben. Nach der Satzung war Michael Neuhaus damit für eine weitere Amtszeit wiedergewählt worden, auf die dann obligatorische Frage des Wahlleiters antwortete Michael Neuhaus jedoch, dass er die Wahl nicht annehme.

Sollte sich die konspirative Bemerkung aus dem Südkreis bewahrheiten? Wohl ja – es muss demnach ein neuer Kandidat gewählt werden. Dieter Stroband bat um neue Wahlvorschläge.


Sebastian Elberg, Vorsitzender des Handballkreises Hellweg wurde vorgeschlagen und stellte sich der Versammlung vor. Seine gerade erst im Januar des Jahres eingenommene Position als Kreisvorsitzender wolle er weiter ausüben, stelle sich aber zur Wahl zum HV-Präsidenten zur Verfügung.


Auch Willi Barnhusen aus Unna, langjähriger Mädchenwart des HV und bereits im letzten Jahr nach der Ankündigung von Michael Neuhaus, nicht mehr erneut zu anzutreten, als Kandidat gehandelt, stelle sich zur Wahl.


Naturgemäß Unruhe unter den Delegierten. Dies konnten wohl nur diejenigen vorhersehen, die scheinbar genau dieses Szenario geplant hatten  – Sitzungsunterbrechung – dann ein Antrag auf Verlegung des HV-Tags, der mit Mehrheit abgelehnt wurde.


Willi Barnhusen wurde mit 51 Stimmen zum neuen Präsidenten des HV gewählt. In seiner Antrittsrede brachte er zum Ausdruck, sich seit Anfang des Jahres nicht mehr mit dieser Rolle beschäftigt zu haben. Die Ereignisse an diesem Verbandstag waren auch für ihn unfassbar. Er mahnte mit sehr deutlichen Worten das Geschehene an und erwartete bei den weiteren Wahlen deutliche Ergebnisse für die vorgeschlagenen Kandidaten.


Weiter wurden gewählt:

Vize-Präsident Finanzen: Ulrich Copar
Vize-Präsident Spieltechnik: Andreas Tiemann und sein Stellvertreter Friedhelm Krietemeyer
Vize-Präsident Recht: Marcel Machill
Lehrwart Björn Wißuwa


Lieber Michael, Danke für die von dir geleistete Arbeit. Du hast versucht, dem Ehrenamt eine professionellere Struktur zu geben und richtungsweisend für unseren Verband und für unsere Sportart voranzugehen. Leider wurde dieser Weg eben aus Teilen des Ehrenamtes nicht mitgegangen.







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